„Take nothing but pictures. Leave nothing but footprints. Kill nothing but time“

Was macht den Reiz aus, verfallene Orte / Lost Places zu besuchen?

Ich lasse mich nicht gern in ein festes Schema pressen, aber umgangssprachlich wird man mich wohl als „Urbexer“ bezeichnen. Der Begriff „Urbex“ kommt vom englischen „Urban Exploring“, auf deutsch dem Erkunden des urbanen Raums, insbesondere der sogenannten „Lost Places“, also verfallener und verlassener Gebäude. 

Befasst man sich mit dem Thema „Urbex“, stellt man fest wieviele Orte dem Verfall zurückgelassen werden. Bei mir hat es, wie bei vielen anderen auch, bereits in der Kindheit angefangen. Im Ruhrgebiet aufgewachsen waren Rohbauten und verlassene Industriegebäude interessanter als die öffentlichen Spielplätze. Wer kennt es nicht, das Erkunden solcher Gebäude bereits im Kindesalter. Das Interesse, wie sich die Natur solche Gebäude langsam zurückholt, hat bei mir im Grunde nie nachgelassen und irgendwann kam das gesteigerte Interesse an der Fotografie dazu und für mich startete die „Lost-Place Fotografie“. Zuerst besuchten wir alte Industriebrachen im regionalen Umfeld und erfreuten und an dem Verfall und dem Abenteuer. Schnell lernten wir Gleichgesinnte vor Ort kennen, man tauschte sich aus, nachdem man atemberaubende Bilder gesehen hat und die Reichweite steigerte sich immer mehr. Mittlerweile haben sich Kontakte im kompletten europäischen und weltweiten Raum ergeben und ich habe viele Orte in Deutschland, dem nahen Ausland wie den Niederlanden, Belgien, etc. besucht und auch teils weit darüber hinaus. Auch Urlaube in unseren favorisierten Zielen wie Spanien, Griechenland, etc. werden verbunden mit dem Besuch verfallener Orte.

Die Szene ist international, so dass man unter dem Motto „Verfallene Orte“, „Lost in decay“, Abandoned Places“, „Lugares abandonados“, „Εγκαταλελειμμένα μέρη“ auf andere Urban Explorer trifft, mit denen man die Leidenschaft an der Fotografie verfallener Orte teilt.

Robert Gitler – Fotograf aus Hamm – Lost Place / Verlassene Orte